Was ist Totalitarismus?

mit Fritz Dittmar

Unsere führenden Politiker und die meisten Medien bemühen sich, ein recht schlichtes Weltbild zu vermitteln:

Wir sind die Guten: Das drücken sie etwas hochtrabender aus: Angeblich bilden die westlichen Staaten eine „Wertegemeinschaft“, die den Menschenrechten verpflichtet ist. Dazu gehört auch das „Recht auf Arbeit“ (Artikel 23, UN-Deklaration), das zur Zeit bei uns über drei Millionen mal beständig verletzt wird. Bei der Führungsmacht der Guten, den USA, kommen noch Folter und außergerichtliche Hinrichtungen (Drohnen etc.) hinzu.

Wer sind dann die Schlechten? Das hängt von der Interessenlage gegenüber den entsprechenden Staaten ab. Wenn ein Staatsoberhaupt nicht mehr als Präsident, sondern als „Machthaber“ bezeichnet wird, wird es brenzlig. Gilt er erst einmal als „Diktator“, sogar als ein „blutiger“, dann kann man vermuten, dass die NATO ihre Bomber schon aufgetankt hat.

Und wer waren die Schlimmsten? Das waren diejenigen, die ein anderes System zu entwickeln suchten als die heilige Marktwirtschaft, an die man sich aber aufgrund historischer Erfahrung nicht militärisch herantraute: Die sozialistischen Staaten. Konnte man sie nicht frontal angreifen so musste man sie zumindest als Ausbund des Bösen darstellen.

War da nicht noch was? Ach ja, die alten Kumpel: Hitler, Mussolini, Franco, Salazar, Tschiang Kai Scheck, Batista, Thieu, Suharto, Papadopulos, Pinochet u.v.a.m., kurzum die Faschisten an der Macht: Die sind in der Bevölkerung so verhasst, dass man um eine Verdammung nicht herum kommt, besonders bei den beiden ersten. Dabei hilft der Trick, sie mit den Schlimmsten in einen Topf zu stecken. Eben das, bzw. die theoretische Begründung dafür, ist das Thema des Abends: der Totalitarismus. Er wurde vor 70 Jahren für eine Theorie benutzt, die Faschismus und Sozialismus als verschiedene Varianten des gleichen Staats- und Gesellschaftssystems beschrieb. Diese Theorie soll in dem Vortrag dargestellt und kritisch geprüft werden.

Mittwoch, 25. November 2015, 19 Uhr

Kulturzentrum Lola, Lohbrügger Landstr.   8

   
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