Der "Krieg in der Autoindustrie" und der Widerstand bei Daimler in Bremen

Moderation: Rechtsanwalt Harald Humburg

Donnerstag, 16. April 2015, 19:00 Uhr

im Magda-Thürey-Zentrum (MTZ), Lindenallee 72 (Eimsbüttel) 

 

Hintergrund der Streiks und Demonstrationen in Bremen mit insgesamt 5500 Teilnehmern ist der weltweite „Krieg in der Autoindustrie“. Hierzulande tobt er besonders heftig zwischen Audi, BMW und Daimler. Audi und BMW hatten die Nase vorn und die angestrebte 10 % Kapitalrendite überschritten. Daimler zieht mit einem Raubpaket gegen die Beschäftigten nach. Es besteht insbesondere aus noch mehr Fremdvergaben, Werkverträgen und Leiharbeit – also aus Niedriglöhnen, Entrechtung und Spaltung. Daimler versucht dabei die verschiedenen Werke gegeneinander auszuspielen. Im Hauptwerk in Sindelfingen hat die Betriebsrats-Mehrheit bereits sehr große Zugeständnisse gemacht und damit den Druck auf alle anderen Belegschaften erhöht. Demgegenüber  erkennt die Mehrheit der Belegschaft in Bremen nicht nur die offensichtlichen aktuellen Nachteile für die unmittelbar Betroffenen, sondern die mit dem Raubprogramm beabsichtigte strategische Schwächung aller Daimler Beschäftigten. Mit dem Programm wird außerdem die Abwärtsspirale für die Arbeiter der ganzen Branche weiter nach unten gedreht:  Erst Audi , dann BMW, jetzt Daimler und dann wieder Audi, BMW …

Die Bremer Kollegen verlangen von ihrer IGM, dass sie der Abwärtsbewegung mit allen betriebsrätlichen und gewerkschaftlichen Mitteln entgegentritt. Leider ist das bisher keineswegs der Fall. Der Bremer IG Metall Bevollmächtigte  distanziert sich sogar von den Streiks mit den Worten, „Streik ist die falsche Strategie“ und  er sei kein Freund „französischer Verhältnisse“.

Die Streiks und Demonstrationen sind deshalb selbst organisierter Widerstand gegen das Raubprogramm des Konzerns. Sie haben aber gleichzeitig den Anspruch ihre Gewerkschaft, die IGM, zu bewegen, künftig ihren Aufgaben gerecht zu werden.

Unsere Gäste berichten insbesondere über

  • den gnadenlosen Krieg in der Autoindustrie, seine Ursachen und wirtschaftlichen und politischen Folgen,
  • die Lage der Beschäftigten und ihre Entwicklung,
  • das Missverhältnis zwischen dem notwendigen Widerstand und der Realität,
  • das, was in Bremen anders ist als Sindelfingen und warum,
  • die Organisation der Streiks und der Demonstrationen,
  • die Reaktionen in der Konzernspitze,
  • die Frage: Was verändern die Aktionen in der Gewerkschaft?
   

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