Auf den Spuren von Karl Marx in Hamburg

Ein Spaziergang mit Michael Sommer am Sonnabend, 16. September 2017

Am 12. April 1867 traf Karl Marx mit dem Segelraddampfer „John Bull“ gegen 12 Uhr mittags im Hamburger Hafen ein. Im Gepäck hatte er das Manuskript von „Das Kapital“, das er dem Verleger Otto Meissner persönlich übergeben wollte. Er nahm Quartier in Zinggs‘ Hotel unweit von Börse und Verlag. Fünf Monate später, um den 11. September 1867, erschien „Das Kapital“.

Michael Sommer nimmt dies zum Anlass, um 150 Jahre später, am Samstag, den 16. September 2017, auf einem Spaziergang Marx’ Spuren vom damaligen „Landungsplatz für Dampfschiffe“ zum Verlagssitz in der Bergstraße 26 zu folgen, über Details seines Besuches zu berichten und an den großen Revolutionär und sein Werk zu erinnern.

Treffpunkt: 16. September 2017, 15:00 Uhr am Uhrturm der St.

Pauli-Landungsbrücken.

Der Spaziergang dauert etwa zwei Stunden. Um eine Anmeldung wird gebeten unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Nächster Kriegsschauplatz - Europa?

 

In einer ersten Veranstaltung im November 18 hat Jörg Kronauer hergeleitet, dass die Hauptgefahr für den Frieden in der Welt aus dem Kampf der Großmächte USA und China um die ökonomische, politische und militärische Vorherrschaft ausgeht. Dabei werden die bisher unangefochten dominierenden USA ökonomisch gerade von China überholt und verlieren insbesondere in Asien und Afrika immer mehr an Absatzgebieten und Einflusssphären. Die USA unter Trump reagieren mit einem regelrechten Wirtschaftskrieg, mit der 2018 verkündeten, gegen China und Russland gerichteten, neuen Militärstrategie und einer Erhöhung des Rüstungshaushaltes 2018 um mehr als 17 % = 106 Milliarden Dollar (!). Aus einer solchen Konfrontation einer alten imperialen Weltmacht mit aufsteigenden Rivalen sind schon die Weltkriege 1 und 2 entstanden.

Im Juni 2019 ist Kronauer mit dem Thema der Kriegsgefahr in Europa wieder unser Gast. Das
Dilemma der großen kapitalistischen Staaten Europas ist, dass sie allein ökonomisch und militärisch
zu schwach sind, um im sich verschärfenden Kampf um die Vorherrschaft in der Welt „auf
Augenhöhe“ mit den Großmächten (Siegmar Gabriel- Ex-Außenminister) zu agieren. Nur zusammen
könnten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien zu einem Konkurrenten der USA und
Chinas um die Weltherrschaft werden. Aber die zwischenzeitlich erreichte deutsche Vorherrschaft in
der EU, hat die Rivalität um die Führung und die Risse in der EU nur noch verstärkt.
Jüngste Beispiele sind der Austritt Großbritanniens und die wachsenden Streitigkeiten
zwischen Deutschland und Frankreich. Von Berlin bei zentralen europapolitischen Vorhaben
ausgebremst, hat Macron der Bundesregierung im Februar kurzfristig die Unterstützung bei
Nord Stream 2 entzogen - und damit ein zentrales deutsches Projekt der Sabotage durch den
US-amerikanischen Rivalen ausgesetzt. Diverse Konflikte mit den Staaten der östlichen und
der südöstlichen EU, mit Polen, Ungarn und den baltischen Staaten etwa, schwären offen vor
sich hin. Polen lehnt sich dabei immer stärker an die Vereinigten Staaten an, während etwa
Griechenland, Portugal und Italien von Deutschland wirtschaftlich fast in den Kollaps
getrieben, zum Missfallen der Bundesrepublik Zuflucht in einer engen ökonomischen
Zusammenarbeit mit China suchen.

Die Vorgänge zeigen: Die europäischen Mittelmächte verfolgen weiter in wachsender
Konkurrenz zu einander das Ziel einer von ihnen dominierten imperialistischen Großmacht.
Die tatsächlichen Großmächte USA und China wollen beide das Entstehen einer dritten
(europäischen) Großmacht etwa unter deutscher Führung durchkreuzen. Zugleich aber
kämpfen beide darum, Verbündete in Europa zu gewinnen, um sie gegen den jeweiligen
strategischen Rivalen (China und Russland auf der einen und USA auf der anderen Seite) in
Stellung zu bringen.

Jörg Kronauer wird diese äußerst gefährliche, den Frieden bedrohende Gemengelage
widerstreitender Interessen in Europa nachzeichnen. In der Diskussion wird es hauptsächlich
um die Schlussfolgerungen für den Friedenskampf in unserem Land gehen.

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, HAW, Aula, Berliner Tor 21, Mittwoch, 12. Juni 2019, 18:30 Uhr

Hier findet ihr den Flyer als PDF.

   
© Marxistische Abendschule - MASCH e.V.